Wenn’s nicht läuft oder nur rückwärts mit angezogener Handbremse den Berg rauf, denken wir in der Regel erstmal nicht an Selbstsabotage. Wir suchen die Gründe in den allgemeinen Umständen oder bei anderen Menschen. 

Geht es aber um uns selbst, unser Verhalten, unsere Gewohnheiten und persönliche Entwicklung, wird es eng. Da ist häufig kein anderer beteiligt und wir müssen anerkennen, dass die Ursachen wahrscheinlich auch irgendwo in uns und dem, was dort vorgeht, zu finden sind.  

Dabei hast du den ersten und wichtigsten Schritt bereits hinter dir, wenn du deinen eigenen Anteil erkennst und deine eigene Situation mit einem Augenzwinkern und etwas Selbstironie betrachten kannst.  

Denn natürlich sabotiert man sich nicht wissentlich selbst. Sondern erkennt die Prozesse, die unbewusst und im verborgenen ablaufen, nicht. Es braucht auch etwas Anlauf und vor allem Achtsamkeit, um sie zu entdecken.

Deshalb gibt es hier auch überhaupt keinen Anlass für Schuldgefühle. Wir leiden alle ausnahmslos unter diesen selbst gesetzten aber sehr gut versteckten Verhinderern. 

Und der Grund, warum wir sie nicht erkennen, hat rein gar nichts mit Versäumnis, Versagen der gar mangelnder Intelligenz zu tun. 

In der Regel sind uns diese unbewussten Gefühle und Abläufe so vertraut, dass wir gar nicht auf die Idee kommen sie zu hinterfragen. 

Wir halten es für fehlendes Durchhaltevermögen, Undiszipliniertheit, Faulheit oder versagende Selbstbeherrschung, wenn wir uns nicht gesünder ernähren, mehr bewegen oder immer wieder vermeintlich falsche Entscheidungen treffen.

Diese Form der Selbstsabotage oder Selbstmanipulation findet man in unterschiedlicher Ausprägung bei allen persönlichen Veränderungsprozessen. 

Für die Veränderung hin zu unseren Zielen und Wünschen, einer gesünderen Lebensweise mit weniger Stress, mehr Selbstfürsorge und Bewegung und einem gesünderen Essverhalten gelten sie besonders.

Eine Selbstsabotage Definition

Selbstsabotage ist, wenn du selbst dafür sorgst, dass du etwas nicht bekommst, was du dir sehnlichst wünschst.

Sie entsteht dadurch, dass dein Wunsch und deine inneren Prägungen auf unterschiedlichen Ebenen liegen. Das führt dazu, dass dein Unterbewusstsein gegen deine bewussten Entscheidungen arbeitet.

Oft passen die Wünsche auch nicht zum eigenen Selbstwert und können deshalb nicht erreicht oder nicht lange gehalten werden.

So können Selbstsabotage-Symptome aussehen

  • Du wünschst dir eine Veränderung, kommst aber seit Jahren nicht weiter.
  • Wenn du an eine bessere Zukunft denkst, hast du auch mulmige Gefühle dabei.
  • Im Kreisverkehr des Lebens verpasst du jedes Mal die richtige Ausfahrt.
  • Wenn du eine Idee hast, wie du deine Situation verbessern kannst, zerdenkst du sie so lange, bis nichts mehr übrig bleibt.
  • Aus dem Stegreif kannst du mindestens 5 Punkte aufzählen, warum das bei dir eben alles nicht so einfach ist wie bei anderen.
  • Sobald du den Entschluss fasst etwas zu ändern, fängst du an dich zwanghaft abzulenken.
Selbstsabotage beenden

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Das sind häufige Selbstsabotage Ursachen

1 | Limitierende Glaubenssätze

Wenn du das Gefühl hast, dir selbst im Weg zu stehen, kann es auch sein, dass du einen hinderlichen Glaubenssatz hast, der wie eine angezogene Handbremse bei deinem Wunsch nach Veränderung wirkt.
 

Ich bin nicht gut genug.

Dieser sehr verbreitete, tiefliegende Glaubenssatz führt dazu, dass wir glauben es nicht schaffen zu können. Je mehr uns etwas am Herzen liegt, desto stärker sind unsere Selbstzweifel und desto schwieriger wird es. 

Um uns den eventuellen Schmerz beim Scheitern zu ersparen, gehen wir gar nicht erst los und verbleiben in der ungeliebten aber dafür sicheren Situation.

Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll.

Stimmt. Das ist in den meisten Fällen so, wenn wir einen neuen Weg einschlagen oder eine Lösung für eine Herausforderung suchen.

Wenn wir immer schon vorab jeden einzelnen Schritt des Weges genau sehen und verstehen wollen, werden wir ohnmächtig, fangen an über Probleme zu grübeln und gehen gar nicht erst los.

Überwinden kannst du diese Blockade, wenn du dich auf die Gegenwart und das JETZT konzentrierst. Werde immer wieder ruhig und frage dich, was der nächste beste Schritt ist.

Bewege ich dabei vorwärts und lasse dich von Rückschlägen nicht entmutigen, dann auch danach gibt es wieder einen nächsten besten Schritt.

Ich muss den genauen Weg nicht kennen, sondern nur Schritt für Schritt gehen und auf die Zeichen achten.

Ich darf meine Schwächen nicht zeigen.

Das überrascht dich jetzt vielleicht und du fragst dich, was diese Überzeugung mit deinem Wunsch nach Veränderung zu tun haben soll. 

Sie ist die Grundlage dafür, dass wir nicht tiefer gehen, wenn wir bestimmte Automatismen in unserem Leben erkennen. Wir geben uns mit der erstbesten Erklärung unseres Verstandes zufrieden. 

Die hat aber in der Regel das Ziel, das Thema schnell abzuhaken und bereits erlerntes Verhalten einfach auf neue Situationen anzuwenden.

Dabei steht die Schmerzvermeidung immer an erster Stelle. Wir sehen nicht genauer hin, aus Angst etwas Unangenehmes zu entdecken und bleiben dabei in gewohnten Gewässern anstatt zu neuen Ufern aufzubrechen.

2 | Angst vor Veränderung

Es gibt so einige Ängste, die dazu führen können, dass du feststeckst oder immer wieder von vorne anfangen musst. 

In diese beiden folgenden Kategorien kannst du die meisten von ihnen einsortieren. Wenn du deine unbewussten Ängste erkennst und sie überwindest, kannst du auch deine Selbstsabotage auflösen.

Die Angst zu scheitern kann der Grund sein, warum man sich immer wieder ablenkt, anstatt den ersten Schritt zu machen.

Sie ist nicht leicht zu erkennen, weil man sich in der Regel mindestens 1.000 Gründe zurechtlegt, warum es zu schwierig oder gerade nicht die richtige Zeit ist.

Aufschieberitis oder Prokrastination wie es ja mittlerweile heißt, ist häufig ein Anzeichen für diese Angst.

Auch so viel zu essen, bis man zu müde und träge ist, um aktiv zu werden, kann ein Symptom dafür sein.

Die Angst es zu schaffen ist tatsächlich noch etwas schwieriger zu erkennen.

Sie ist ein echter blinder Fleck und man kommt selbst in der Regel gar nicht erst auf die Idee danach zu suchen. 

Ist sie vorhanden, hast du immer auch einen Vorteil davon in deiner aktuellen Situation zu verbleiben.

Die Angst richtet sich nicht so sehr auf den Erfolg an sich, sondern sie entsteht aus der Ahnung welche Veränderungen damit in dein Leben kommen könnten. 

Gibt es eine bestimmte Rollenverteilung in deiner Familie oder deinem direkten Umfeld, die sich dadurch ändern würde?

Vielleicht würdest du weniger Unterstützung bekommen oder andere weniger unterstützen, wenn du deine eigenen Ziele erreichst.

Mehr über die möglichen Rollen in diesem Zusammenhang findest du in diesem Artikel.

Welche Ängste dich davon abhalten können, dein Essverhalten dauerhaft zu verändern, kannst du hier nachlesen.

3 | Ziele setzen

Ich weiß, ich weiß. Man liest überall wie wichtig es ist sich Ziele zu setzen und dass sie spezifisch und messbar und so weiter sein sollen. 

Aber auch hier ist es wichtig zu beachten, dass du eben keine Maschine bist, deren Leistung man mal eben hochschrauben, runterschrauben oder bei der man ein paar neue Einstellungen vornimmt, damit es besser läuft.

Das ist der Grund, warum du dich auch durch das Setzen der falschen oder zu hoher Ziele selbst sabotieren kannst.

Das falsche Ziel

... hast du dir gesetzt, wenn du dir durch die Erreichung Anerkennung von außen oder ein verbessertes Selbstwertgefühl erhoffst.

Geht es darum, deinen Staus oder dein Bild nach außen aufzupolieren, steht die Befriedigung deines Egos im Vordergrund. Dann liegt das eigentliche Ziel außerhalb von dir selbst. 

Das motiviert nur kurzfristig, weil das Verhalten anderer Menschen nicht in deiner Macht liegt und deine eigene Situation auch nicht nachhaltig verändert, sondern dich am Ende abhängig macht.

Der Teil von dir, der weiser ist als dein Ego, versteht nicht, wozu das gut sein soll und ist nicht mit an Bord.

Dann fehlt dir das eigentliche WARUM. Auf einer tieferen Ebene weißt du, dass sich an dem Gefühl des Mangels in dir selbst nichts verändern wird. Deshalb erreichst du das Ziel nicht.

Warum die Größe zählt 

Wenn man jemand ist, der sonst im Leben eigentlich alles ganz gut gewuppt kriegt, kann es passieren, dass man sich Ziele setzt, die überwältigend sind.

Dann fügt man einem bereits herausfordernden Leben weitere, unrealistische Erwartungen hinzu. Der Wunsch aus der aktuellen Situation einfach so schnell wie möglich herauszukommen, ist der Antreiber dafür. 

Man überschätzt dann, was in kurzer Zeit erreichbar ist und fügt so dem bestehenden Frust noch weiteren hinzu.

Schafft man es nicht so schnell und reibungslos wie geplant, kommt dann noch das Gefühl versagt zu haben hinzu. Diese Kombination ist die beste Voraussetzung, um vorzeitig Hinzuschmeißen.

Wenn du dir Ziele setzen willst, unterschätze niemals die Macht der Beständigkeit und Nachhaltigkeit. 

Sie schafft eine solide Basis und bringt damit bessere Ergebnisse und den Schwung einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

Plane in überschaubaren Schritten.

Schau dir an, was in den nächsten zwei Wochen machbar ist, anstatt auf ein Jahresziel zu schauen, dass sich noch komplett unrealistisch anfühlt. 

In 4 Schritten Selbstsabotage beenden

#1 Erkenne deinen eigenen Anteil an der Situation

Suchst du den wirklichen Grund, warum du mit deinem Wunsch nach Veränderung nicht weiterkommst, gib dich nicht mit schnellen Erklärungen zufrieden.

Erkennst du bestimmte Muster und Wiederholungen, ist es zumindest wahrscheinlich, dass es etwas mit dir selbst zu tun hat.

Frage dich: Was hat das mit mir zu tun?

Stelle diese Frage mehrfach, auch hintereinander, denn die ersten Erklärungen, die dein Verstand liefert, sind möglicherweise zu oberflächlich.


Wer steht mir denn da im Weg? 

Ach, das bin ja ich selbst ;-).

#2 Werde dir deiner unbewussten Muster bewusst

Spiele verschiedene Situationen durch und mach dir bewusst, was du in der Tiefe darüber denkst und welche Gefühle in dir hochkommen. 

Was denke ich über mich?

Was könnte passieren, wenn ich diesen Weg einschlage?
Welche Risiken gibt es?
Wie wahrscheinlich ist es, dass sie eintreten?

Was wäre, wenn ich alle meine Ziele erreiche?
Wie verändert sich mein Leben dann?
Welche Risiken könnten daraus entstehen?

Sammle erste Ideen und Hinweise und beobachte dich im Alltag, wie du mit bestimmten Situationen umgehst. 


Erkennst du Zusammenhänge oder Übereinstimmungen?

#3 Priorisiere deine Wünsche 

Bist du dir sicher, dass du dir von Herzen eine Veränderung wünschst?

Dann setze alles daran herauszufinden, warum es bisher nicht geklappt hat.

Überprüfe deine bisherigen Gründe, warum du es nicht geschafft hast.

Wie kannst du mehr Licht ins Dunkel bringen?

Wenn etwas Priorität in deinem Leben hat, bekommt es eine ganz andere Dynamik. Das, worauf du deine volle Aufmerksamkeit richtest, bekommt automatisch mehr Energie und kann wachsen.

“Keine Ahnung”, “keine Zeit” oder “kein Geld” werden dann zu Ausreden. Denn für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind, findest du immer entsprechende Ressourcen.

#4 Suche dir Unterstützung

Womit wir beim Thema wären. Wer hat eigentlich gesagt, dass du alles alleine schaffen musst?

Wenn es für dich als einsamer Wolf funktioniert - prima.

Wenn nicht, ist das auch völlig ok.

Dass es nicht ganz so einfach ist, wie du zunächst dachtest, zeigt dir doch allein schon die Tatsache, dass du noch nicht da bist, wo du eigentlich hin wolltest.

Ganz ehrlich: Ich weiß gar nicht, wo ich heute stehen würde, wenn ich mir nicht an verschiedenen Punkten auf meinem Weg Unterstützung gesucht hätte.

War das eine Überwindung für mich? Ja, meistens - vor allem am Anfang.
Hat das Geld gekostet? Ja, definitiv.
Ist es das wert gewesen? Ja, auf jeden Fall.

Und ich werde es auch weiterhin tun.

Manchmal weiß man sogar, dass einen etwas blockiert, was in einem selbst steckt, man kommt aber einfach nicht dahinter was es ist oder wie es genau wirkt.

Es ist keine Schande, wenn sich Hilfe holt, beim Erkennen seiner blinden Flecken. So ein jahrelang übersehener Knoten lässt sich deutlich schneller lösen, wenn man einen zusätzlichen Blick von außen bekommt.

Wir haben alle so einige verschlossene Räume in uns, zu denen wir keinen Schlüssel mehr finden.

Je schneller wir uns auf die Suche machen, desto schneller können wir den Raum wieder einnehmen und anfangen unser volles Potenzial zu entfalten.

Selbstsabotage: Abnehmen und Essverhalten ändern

Willst du die tieferliegenden Ursachen für den Essverhalten erkennen?

Welche unbewussten Glaubenssätze, Ängste und weitere unbewusste Prägungen dir dabei im Wege stehen, erfährst du in meinem Wegweiser zum intuitiven Essen.

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Brauchst du das noch oder kann das weg?

Es ist höchste Zeit, dass sich etwas ändert in deinem Leben?

Fang an dir deine eigenen Verhinderer bewusst zu machen und herauszufinden wie du deine Selbstsabotage auflösen kannst. 

Das Leben, dass du dir wünschst, ist vielleicht nur ein paar Blockaden weit entfernt. Räume sie beiseite und mach genau den Sprung nach vorne, den du dir von Herzen wünschst.

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